Bypassoperation

Herzchirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Michael Weyand

Die Bypassoperation

Koronarangiographie
Angiographisch hochgradige Einengung der rechten Herzkranzarterie.

ist die chirurgische Therapiemöglichkeit der koronaren Herzerkrankung (KHK). Die erste Operation dieser Art in Deutschland wurde 1969 in Erlangen durch Prof. Dr. Hegemann durchgeführt, wesentliche Entwicklungen wie verschiedene bluteinsparende Maßnahmen gingen von dieser Klinik mit ihrem großen Erfahrungsschatz für diese spezielle Operation aus.

Die koronare Herzerkrankung als Stoffwechselerkrankung der Gefäße führt zu einer Einlagerung von Substanzen in die Gefäßwand (Arteriosklerose). Eine kritische Einengung des Gefäßdurchmessers führt zu einer empfindlichen Störung der Durchblutung des Herzmuskels. Mögliche Folgen sind:

  • Herzbeschwerden mit Druck- oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)
  • Herzinfarkt(e)
  • Tod

Verschiedene Risikofaktoren sind ursächlich an der Entstehung der Erkrankung beteiligt:

  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin)
  • Übergewicht
  • Zuckererkrankung (Diabetes)
  • Bluthochdruck
  • Stress

Ablauf

Nach einer Untersuchung durch den Hausarzt mit Durchführung eines EKGs ist oft anschließend eine Untersuchung beim Herzspezialisten und gegebenenfalls eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) notwendig. Dabei werden die Herzkranzgefäße mit einem Kontrastmittel dargestellt und die Engstellen aufgespürt. Die oben gezeigte Abbildung zeigt in einer solchen Untersuchung eine hochgradige Einengung der rechten Herzkranzarterie.

Bei einer ausgeprägteren koronaren Herzerkrankung, die nicht mehr durch Medikamente oder eine Ballondilatation, bzw. Stentimplantation behandelt werden kann ist die Bypassoperation das therapeutische Mittel der Wahl. Falls notwendig wird der Herzspezialist die Anmeldung zur sogenannten Überbrückungsoperation (Bypass-Operation) vornehmen.

Die Operation wird in Allgemeinnarkose in aller Regel mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Der Patient wird im Operationssaal auf dem Rücken gelagert und anschließend unter sterilen Bedingungen mit Operationstüchern abgedeckt.

Bei der Operation werden die vorhandenen Engstellen durch Einsetzen gesunder Blutgefäße (Arterien, Venen) überbrückt. Am häufigsten werden hierzu eine Arterie von der Rückseite der Brustwand (Arteria mammaria) und eine oberflächliche Beinvene (Vena saphena magna) verwendet. Außerdem werden Arterien aus dem Arm, dem Bauchraum oder andere Venen verwendet.

Dazu wird der Brustkorb eröffnet und zunächst die linke innere Brustwandarterie von der der Brustwand gelöst, um sie später als Bypassgefäß nutzen zu können. Gleichzeitig entnimmt ein zweiter Chirurg am Bein eine Vene, die ebenfalls als Bypassgefäß genutzt wird.

Die Herz-Lungen-Maschine wird angeschlossen und das Herz stillgestellt. Das Schema der extrakorporalen Zirkulation (EKZ) wird auf der verlinkten Unterseite graphisch dargestellt:

Das sauerstoffarme Blut aus der oberen- und unteren-Hohlvene wird mit einer Rollerpumpe zum Oxygenator befördert, wo es mit Sauerstoff angereichert und anschließend über die Aorta dem Körper wieder zugeführt wird.

Danach werden zunächst die Bypass- und die Herzkranzgefäße miteinander vernäht, wobei der dazu benötigte Faden ungefähr die Stärke eines menschlichen Haares hat. Anschließend wird das Herz von der Herz-Lungen-Maschine entwöhnt und der Brustkorb wieder verschlossen.

Wenn die Wundheilung abgeschlossen ist, bleibt eine kosmetisch nur wenig beeinträchtigende unauffällige Narbe im Bereich der Brust zurück.

Behandlungserfolg

Trotz guter Operationsergebnisse lässt sich die Grunderkrankung operativ nicht beseitigen. Verengungen der Herzkranzgefäße können erneut auftreten und Bypässe können sich verschließen.

Das Fortschreiten der Erkrankung kann jedoch durch eine Verminderung Ihrer eigenen Risikofaktoren verlangsamt werden. 

Falls sich Herzkranzgefäße weiter verengen oder Bypässe verschließen kann die Operation erneut durchgeführt werden.


 
 
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Zusammenfassung