Herztransplantation

Herzchirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Michael Weyand

Einführung

Eine Herztransplantation erfolgt nach dem Hirntod eines Patienten durch Übertragung eines noch biologisch aktiven Herzens eines Organspenders in einen herzkranken Empfänger. Die Feststellung des Hirntods wird von einem Ärztegremium getroffen, welches unabhängig vom transplantierenden Ärzteteam diese Diagnose stellt. Die Organtransplantation erfolgt anonym. Die Organverteilung wird über die Organisation Eurotransplant vorgenommen und die logistische Abwicklung erfolgt in Deutschland durch die Deutsche Stiftung für Organspende (DSO).

Die technische Durchführung einer Herztransplantation stellt chirurgisch - auch bei einem voroperierten Herz - keine größere Schwierigkeit dar. Das erkrankte Herz wird von den großen Gefäßen getrennt, das gesunde Spenderherz wird entsprechend wieder an diese Gefäße angeschlossen. Von erheblicher Bedeutung sind die Vorbereitung und die Nachsorge.

Auch heute nimmt die Nachsorge nach der Transplantation den wesentlichen Stellenwert ein. Dies betrifft nicht nur die medikamentöse Behandlung sondern auch die psychologische Betreuung bereits während der Wartezeit auf die Transplantation.

Herztransplantation
Ein gesundes Spenderherz, das im Transportmedium auf die Transplantation wartet.

Voruntersuchungen

Bevor die Entscheidung zur Transplantation gefällt wird, sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. In der Regel wird aus einer Klinik, die den Patienten bisher aufgrund einer Herzmuskelschwäche behandelt, Kontakt mit einem Zentrum aufgenommen, das Herztransplantationen durchführt und der Patient stellt sich dort zu einem ersten orientierenden Gespräch vor.

Dabei geht es zunächst darum, das Ausmaß der Herzschwäche noch einmal zu bestimmen, zu klären, wie der Patient selbst zu einer Transplantation steht und Begleiterkrankungen zu ermitteln, die eine Herztransplantation verbieten. Oft ist dies nicht mit einer einmaligen Vorstellung getan, der Patient ist entweder für mehrere Tage stationär in dem Zentrum oder muss sich wiederholt ambulant vorstellen. In dieser Zeit hat der Patient Gelegenheit die Klinik kennen zu lernen.

Anmeldung zur Herztransplantation

Ist dann die Entscheidung zur Transplantation gefällt, erfolgt die Anmeldung bei Eurotransplant in Leyden und der Patient wird auf die Warteliste zur Herztransplantation aufgenommen.

Wartezeit bis zur Transplantation

Die Wartezeit ist unterschiedlich und liegt zur Zeit bei vielen Monaten. Diese Zeit muss überbrückt werden. Die Herzschwäche wird weiter fortschreiten, der Patient wird wahrscheinlich häufiger in seinem Heimatkrankenhaus wegen z.B. Luftnot oder Wasseransammlung in den Beinen aufgenommen werden müssen. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem transplantierenden Zentrum und den übrigen betreuenden Kliniken und Hausärzten ist hier von eminenter Bedeutung. Oft sind auch stationäre Aufnahmen im Zentrum selbst nötig, um zu prüfen, in wieweit überbrückende Maßnahmen bis zur Transplantation notwendig werden.

Der Patient muss während der Wartezeit immer erreichbar sein. Bezüglich der Finanzierung von z.B. Mobilfunk während der Wartezeit hilft in der Regel die Krankenkasse.

Durchführung der Herztransplantation

Der kürzeste Abschnitt ist sicher die eigentliche Transplantation. Irgendwann erhält die Transplantationsklinik ein Organangebot für den Patienten. Jetzt wird der Patient von seiner Transplantationsklinik angerufen und soll sofort erscheinen. Das führt zu einem erheblichem psychischem Druck:

"Jetzt geht`s los!"

Nicht nur der Patient selbst ist unruhig, sondern auch seine Angehörigen:

"Wie kommt man nun am schnellsten und sichersten in die Klinik?"

Am besten mit dem Krankenwagen. Die Krankenwagenfahrer sind regelmäßig in solchen Situationen und als Unbeteiligte wesentlich ruhiger. Sie können zur Not bei einem Stau oder anderen Verkehrsverzögerungen mittels Blaulicht die Transportzeit zur Klinik verkürzen. Sie erhalten in der Transplantationsklinik einen entsprechenden Transportschein. Am Ziel wird es in der nächsten halben Stunde sehr unruhig. Als erstes erfolgen rasch die notwendigen bürokratischen Formalitäten, parallel werden schon die Vorbereitungen zur Transplantation durchgeführt. Die Pfleger und Ärzte sind durch die Voruntersuchungen in der Regel schon bekannt.

Das wichtigste ist, dass der Patient rasch in der Klinik ist und dieser Vorgang abgeschlossen wurde.

Meistens geschieht dann eine ganze Weile nichts und der Patient muss jetzt zusammen mit seinen Angehörigen auf die nächsten Schritte warten. Das kann durchaus einige Stunden dauern und hängt mit der Organisation der Organentnahme zusammen.

Dann kommt der Aufruf in den OP. Dort werden die notwendigen Überwachungsmaßnahmen vorbereitet und je nach Zeitplan, in der Regel nach Rücksprache mit dem Entnahmeteam, die Narkose eingeleitet.

Zu jeder Zeit kann vom Entnahmeteam die Transplantation noch abgebrochen werden, falls sich herausstellt, dass das Spenderherz entgegen der bisherigen Erwartungen nicht zur Transplantation geeignet ist. Das kann auch noch passieren, wenn die Narkose schon eingeleitet wurde.

Jetzt wird die Transplantation durchgeführt. Für Angehörige und Patient ist nichts mehr zu tun. Die Dauer ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie das Spenderherz die Zeit von der Entnahme bis zur Einpflanzung und erneuten Durchblutung verkraftet hat.

Postoperativer Aufenthalt

Anschließend wird der Patient auf die Intensivstation gebracht. Der weitere Verlauf ist von der Behandlung des Kreislaufs, Abstoßungsreaktionen und Infektionen gekennzeichnet. Hier sind engmaschige Überwachungen notwendig.

Der Kreislauf wird mittels unterstützender Medikamente behandelt.

Nachsorge

Zur Überwachung von Abstoßungsreaktionen werden regelmäßig Herzmuskelbiopsien durchgeführt. In den ersten Wochen nach der Transplantation erfolgen die Biopsien wöchentlich, in den nächsten Monaten werden die Abstände je nach Verlauf immer weiter verlängert.

Um chronische Abstoßungsreaktionen zu erkennen, werden einmal jährlich Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Regelmäßig werden Parameter zum Immun- und Infektionsstatus bestimmt.

Sämtliche Maßnahmen erfolgen auch bei subjektivem Wohlbefinden des Patienten über die weiteren Jahre. Gelegentlich erzwingt das Ergebnis der Untersuchung eine sofortige auch stationäre Therapie wobei der Patient häufig keine Beschwerden angibt und daher die erforderlichen Maßnahmen nicht immer sofort einsichtig erscheinen.

In den Jahren nach der Transplantation wird sich der Patient zu all diesen Untersuchungen ca. ¼ jährlich im Zentrum vorstellen. Falls Beschwerden auftreten sollten selbstverständlich sofort.

Das Leben danach

Das Ziel einer Herztransplantation soll es sein, den Patienten wieder vollständig in seine Umgebung zu integrieren. Nach einer langen Krankheit geschieht dies selbstverständlich nicht in kurzer Zeit, häufig sind viele Monate notwendig.

Die ersten positiven Erlebnisse sind dann sicher, das erste Mal zu Hause Treppe zu steigen ohne zwischendurch wegen Luftnot eine Pause zu machen. In den nächsten Jahren sollte durchaus wieder die Berufsfähigkeit (insbesondere bei jungen Patienten) angestrebt werden. Auch Urlaub und größere Reisen sind möglich, wobei auf die hygienischen und medizinischen Einrichtungen der Urlaubsländer geachtet werden muss.

Die Verbindung zu Ihrem Transplantationszentrum bleibt durch die beschriebenen Verlaufskontrollen immer erhalten.

 
 
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Zusammenfassung