Klappenoperation konventionell

Herzchirurgie

Direktor:
Prof. Dr. med. Michael Weyand

Konventionelle Klappen-Operation

Ventrikulographie, die eine schlussunfähige Klappe dargestellt (Pfeil). Der gestrichelte Pfeil zeigt Kontrastmittel, welches aufgrund dieser Erkrankung jetzt in die falsche Herzhöhle gepumpt wird

Das Herz besteht aus zwei Vorhöfen und zwei Kammern. Klappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern (Segelklappen) sowie zwischen den Kammern und den abgehenden Schlagadern (Taschenklappen) bestimmen wie Ventile die Strömungsrichtung des Blutes.

Für eine normale Herzleistung ist eine richtige Funktion dieser Klappen von entscheidender Bedeutung. Fehler der Herzklappen können angeboren oder erworben sein. Eine erworbene Schädigung der Herzklappen kann zum Beispiel durch ein rheumatisches Fieber, eine bakterielle Entzündung oder auch nach einem Herzinfarkt auftreten.

Man unterscheidet zwischen einer

  • verengten Klappe (Stenose) - das Blut staut sich vor der Klappe - und einer
  • schlussunfähigen Klappe (Insuffizienz) -das Blut strömt nach dem Klappenschluss wieder zurück.

Auch können bei einer oder mehreren Herzklappen beide Klappenfehler zusammen auftreten.

Liegt ein bedeutsamer Klappenfehler vor ist die Leistungsfähigkeit des Herzens eingeschränkt, was sich meist in Kurzatmigkeit bei Belastung äußert. Je nach Ausprägung der Erkrankung können sich weitere Symptome dazugesellen wie z. B. geschwollene Beine oder Herzstolpern/-rasen.

Bei Verdacht auf eine solche Erkrankung wird der Hausarzt eine Ultraschalluntersuchung des Herzens veranlassen. Dabei kann häufig schon die Diagnose gestellt werden. Im Allgemeinen wird danach noch eine Herzkatheteruntersuchung angeschlossen.

Die beiden am häufigsten von Herzfehlern betroffenen Herzklappen sind die Aortenklappe (Taschenklappe zwischen linker Kammer und der Hauptschlagader) und die Mitralklappe (Segelklappe zwischen linkem Vorhof und der linken Herzkammer).

Während bei Operationen an der Mitralklappe eine Klappenrekonstruktionen mit Erhalt des körpereigenen Klappengewebes möglich ist, sind diese Verfahren für die Aortenklappe meist nicht von Dauer, es ist daher fast immer ein Klappenersatz durch eine Herzklappenprothese nötig.

Falls notwendig wird der Herzspezialist die Anmeldung zur Korrektur des Herzklappenfehlers vornehmen.

Die Operation wird in Allgemeinnarkose mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Der Patient wird im Operationssaal auf dem Rücken gelagert und anschließend unter sterilen Bedingungen mit Operationstüchern abgedeckt.

Anschließend wird der Brustkorb eröffnet, die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und das Herz stillgestellt.

Danach erfolgt die genaue Untersuchung der Herzklappe und es wird festgelegt, ob eine eventuelle Reparatur (Rekonstruktion) möglich ist oder ob die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, daß ein prothetischer Herzklappenersatz notwendig erscheint.

Kunstklappen und biologische Klappen

Man unterscheidet prinzipiell zwei Sorten von Herzklappenprothesen: Kunstklappen und biologische Klappen. Die Auswahl des Klappentyps wird in enger Abstimmung zwischen Chirurg und Patient festgelegt und ist abhängig vom Alter des Patienten, Begleiterkrankungen und der Art der Herzklappenerkrankung.

Bei einer Kunstprothese ist eine lebenslange Blutverdünnung durch Medikamente notwendig, dafür besteht eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit.

Im Falle einer biologischen Prothese ist diese dauerhafte Blutverdünnung nicht notwendig, dafür ist die Haltbarkeit dieses Klappentyps auf etwa 10-15 Jahre begrenzt, danach ist eventuell eine erneute Operation mit einem Austausch der Klappe notwendig.

Nach einer erfolgreichen Operation zeigt sich in den allermeisten Fällen eine deutliche Besserung der Belastbarkeit und die alte Leistungsfähigkeit kehrt zurück.

Patienten mit einer künstlichen Herzklappe haben die Möglichkeit, sich an die Selbsthilfegruppe Herzklappen zu wenden.

 
 
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Zusammenfassung